Stoffwindel Erfahrungen von Vätern

vater

Liebe Männer, dieser Artikel ist nur für euch entstanden!

Pippi, Kacka, Waschmaschine, Geld, Öko ….. vielleicht sind dir auch einige dieser Begriffe durch den Kopf gegangen, als du damit konfrontiert wurdest, mit Stoffwindeln zu wickeln. Wir haben Väter gefragt, die auch in deiner Situation waren, die sich auch nicht direkt sicher waren, was sie von diesen Stoffwindeln halten sollen. Wir wollen dir in diesem Beitrag keinen „Vorspielen“, sondern dir unzensierte Meinungen anderer Männer zum lesen geben. Wir hoffen, dass es dir hilft, dich mit dem Thema Stoffwindeln zu befassen und vielleicht auch einige deiner Fragen zu klären.

MännerStoffwindelnACHTUNG! DIE ANTWORTEN DER VÄTER SIND UNZENSIERT WIEDERGEGEBEN! ALLE ANTWORTEN SIND PERSÖNLICHE MEINUNGEN UND AUSSAGEN DER BEFRAGTEN!

Wir haben allen Teilnehmern die gleiche Frage gesendet:

Wie war es bei dir damals, als es um das Thema wickeln ging? Warst du direkt begeistert von der Stoffwindel? Was waren deine Bedenken, die du anfangs hattest? Ich würde mich freuen, wenn du einfach mal von deinen Erfahrungen erzählst und auch berichtest, wie heute deine Meinung und Haltung gegenüber der Stoffwindel ist. Hat sie sich verändert?

Manuel M.
Ich habe am Anfang meine Freundin gar nicht für voll genommen als sie mit dem Thema anfing. Wir wohnen in Sachsen, mit Stoff Wickeln war für mich ein Relikt der DDR, ich wusste nicht das dies überhaupt noch praktiziert wird. Am Anfang war ich so gar nicht begeistert von der Idee. Die viele Wäsche, umständlich in der Anwendung. Dann hat meine Frau eine Liste zusammen gestellt was wir alles brauchen, da kommen schon ein ganz paar Euro zusammen. Wir hatten keine „all in one“, sondern Überhosen mit Einlage. Meine Freundin hat dann immer vorgefaltet, so dass ich es nicht so schwer hatte. Ich war mir trotzdem nicht sicher ob die Stoffwindeln dann wirklich dicht halten, es nicht sogar schädlicher für die Kleine ist, da der Popo hat immer Kontakt hat zu den nassen einlagen, Wegwerfwindeln fühlen sich ja bis zu einem gewissen Punkt trocken an, obwohl schon Pipi drin ist. Auch wusste ich nicht ob die Windeln nach dem „Großen Geschäft“ auswaschen kann ohne das es mich würgt, aber das hat mich absolut gar nicht gestört. Also nach kurzer Eingewöhung war es für mich völlig normal, auch das Wäsche waschen und alles drum herurm hat mich nicht gestört. Auch dass das Baby dann max. alle 2 Stunden gewickelt werden musste, fand es eher unnatürlich wenn wir Besuch hatten mit kleinen Babys, welche dann 5 Stunden und mehr nicht gewickelt wurden. Zu 100% war ich dann überzeugt als unser Baby Durchfall hatte und wir sicherheitshalber für eine längere Fahrt Wegwerfwindeln gekauft hatten, dieser chemische Geruch hat mich so abgeschreckt das ich froh war das meine Freundin es unbedingt probieren wollte. Wenn ich im Freundeskreis gefragt werde empfehle ich defintiv das Wickeln mit Stoffwindeln, und für Baby Nummer 2 brauchen wir in der Hinsicht nichts mehr kaufen.
Jan R.
Ich war damals relativ neutral gegenüber der Stoffwindel. Hatte mir da am Anfang kaum Gedanken gemacht. Meine Frau war aber Feuer und Flamme, also dachte ich mir ich höre mir das mal an. Nachdem ich mich dann auch etwas eingearbeitet habe, war für mich vor allem der finanzielle Aspekt (weniger Kosten bei 2+x Kindern & kürzere Zeit bis komplett Trocken) überzeugend. Umweltmäßig schenkt sich das ja nicht viel wenn man den Wasserverbrauch gegenüber den WWW-Müll gegenüber stellt. Bedenken hatte ich am Anfang jedoch trotzdem noch ein paar, da Stoffis ja nicht unbedingt Mainstream sind und ich mich gefragt habe ob das nicht noch mehr, mir unbekannte, Gründe hat. Nachdem wir bei den Großeltern dann allerdings häufiger auch mal mit WWW wickeln mussten, war ich vollends überzeugt. Zumindest für mich sind Stoffis einfach angenehmer. Sie riechen (subjektiv) weniger, waschen muss man mit Kind sowieso dauern und auf den ganzen Müll hatte ich überhaupt keinen Bock. Das Argument, das sie widerlicher sind weil man sie nicht einfach wegwerfen kann finde ich zudem nicht ausschlaggebend, da die meisten Windeln ja sowieso immer halb so wild sind. Und wenn dann halt mal Durchfall ist kann man ja noch immer überlegen auch mal eine WWW als kurzfristige Alternative zu nehmen. Dazu sind sie auch irgendwie charmant, wenn man sich ein paar nette rausgesucht hat. Ich würde Stoffwindeln auf jeden Fall wieder nehmen und empfehle sie auch jedem weiter. Meiner Meinung nach sind sie definitiv das bessere System und mit der richtigen Einstellung und ein bisschen Einarbeitung sind sie phänomenal.
Patric G.
Für mich war es irgendwie klar, dass wir die benutzen (im Öko-Haushalt aufgewachsen und tendenziell alternativ eingestellt). Anfangs hab ich nachts Falttechniken bei YouTube gelernt und wir hatten auch zuhause ein echt kompliziertes System (die mit den Bändeln/Strickbindewindeln). Da dachte ich dann schon “krass wie alternativ wir sind 😉 und ich kann schon nachvollziehen warum andere das nicht tun“. Als meine Frau dann ziemlich schnell neuere Systeme (Überhosen für Einlagen/Mullis/Prefolds) angeschafft hat, hab ich gemerkt, dass das ja total komfortabel ist und in Kombination mit Töpfchen echt optimal für alle Beteiligten… Pampers für unterwegs kann ich verstehen (auch wenn ich lieber n Sack mehr mitnehme für Stoffwindeln), aber warum man die zu Hause nutzen sollte erschließt sich mir weder aus ökonomischen (Kosten, Aufwand zum Müll runterbringen) noch ökologischen (Müll, Geruch) Gründen. Unter meinen Kollegen sind Stoffwindeln auch als die bessere Lösung akzeptiert, machen zwar nicht alle, aber die ökonomischen Argumente für Stoffwindeln haben überzeugt. Das fand ich eine sehr positive Erfahrung, besonders weil in meinem Beruf (Maschinenbauer) eher wenig Ökos unterwegs sind.
Tristan S.
Mir war bewusst, dass meine Lebensgefährtin im Wochenbett alle Unterstützung benötigen würde und ich die ,,hygienische“ Versorgung des Kindes übernehmen müsste. Darüberhinaus leben wir um 21. Jahrhundert, was für mich heißt, dass jeder Mann, der das Wickeln und sämtliche vielleicht hygienisch unattraktiven Versorgungsaspekte von Babys oder Kindern gerne als mütterliche Aufgabe abtut, seine Grundhaltung ordentlich überdenken sollte. Ich merke grad, dass ich bereit wäre ins philosophisch-gesellschaftskritische Milieu abzudriften; aus meiner Sicht gehört Wickeln zu den absolut erforderlichen Grundskills aller Elternkonstellationen (Frau/Mann, Frau/Frau, Mann/Mann), daher war bei uns das Thema Wickeln nur unter dem Modus ,,wie“ Gespräch, nie ,,wer“. Anfangs war ich nicht unbedingt begeistert. Doch als ich mich mit der Historie von Windeln auseinandergesetzt habe (inspiriert von meiner Lebensgefährtin), ist mir die Absurdität von Wegwerfwindeln bewusst geworden, nämlich als ein vor Dekaden implementiertes Luxusprodukt, was ein eigentlich gut funktionierendes System in der 1. Welt (und bedauerlicherweise so langsam auch in der 3. Welt, ähnlich wie Milchpulver/,,Formula“) fast ersetzt hat durch eine massive Werbekampagne, die bis heute anhält. Man denke an die Gratisproben bei Klinikgeburten, Geschenktüten in Drogerien, Gutscheinaktionen etc. Darüberhinaus wurden wissenschaftlich belegt Bedenken geäußert unter Fokussierung auf den Aspekt (Studie der Uni Kiel von 2000), dass die exotherme Reaktion bei den saugfähigen Windeln in Kombination mit der Plastikdichtung einen Temperaturanstieg in den Hoden bewirkt; aus Sicht der Forscher bestünde ein Zusammenhang mit steigender männlicher Infertilität sowie steigenden Hodenkrebs-Fällen. Selbstverständlich waren Wegwerfwindeln in den 60er Jahren praktischer, da man Windeln nicht mehr auskochen musste (sofern sie überhaupt benutzt wurden); in den späten 60er Jahren und frühen 70er Jahren setzte sich jedoch die Waschmaschine für den Privathaushalt langsam durch, sodass hier ein Umdenken hätte stattfinden können aufgrund des nunmehr vergleichsweise geringen Aufwandes Wäsche sauber zu halten. Meine einzigen Bedenken waren, dass es vom Geruch her etwas unangenehm werden könnte; tatsächlich ist der Hauswirtschaftsraum, sofern wir mit einer Wäscheladung Stoffwindeln 2-3 Tage warten, etwas geruchsdominiert von den Stoffwindeln. Nachdem wir jedoch mit unseren Nachbarn um den Platz in der Restmülltonne kämpften (wir hatten die ersten 2 Wochen nach der Geburt Wegwerfwindeln im Einsatz), die zeitgleich auch ein Baby bekommen hatten, waren auch die initialen Bedenken angesichts eines prallen, miefenden Restmüllcontainers schnell verworfen. Sofern man sich an die Regeln zur Säuberung, Pflege und Lagerung hält, sind Stoffwindeln für Eltern, die sich für eine müllärmere Welt einsetzen und sich gerne mal mit einem partiell,,umweltbewussten Lebensstil“ brüsten wollen, unabdingbar, da Wegwerfwindeln die Müllproduktion eines Haushaltes bis zu mehrere Jahre dominieren könnten. Ich empfehle jedem werdenden Elternpaar aus meinem Umfeld – nie zu dogmatisch, idealerweise bei passender Gelegenheit – dazu Stoffwindeln zu erwägen. Die persönliche Zufriedenheit steigt durch das Festhalten an dem Prinzip, außerdem haben wir durch das Benutzen von Stoffwindeln relativ früh mit Abhalten angefangen, was erfreulicherweise dazu geführt hat, dass unser Sohn mit 14 Monaten die großen Geschäfte überm Töpfchen oder der Toilette verrichtet hat. Das eigene Bedürfnis nach Sauberkeit sollte Kleinkindern nie abgesprochen werden, da sie in diesem Aspekt schon zügig ihren Willen äußern können, wie wir (wider meines Erwartens) an unserem Sohn erkennen konnten.

Frank S.
Zuerst war ich ein wenig verwundert, da ich das Thema nicht auf dem Schirm hatte. Aber Bedenken gab es kaum. Meine kleine Schwester wurde mit Stoffwindeln gewickelt. Es weiss ja so wirklich niemand was in den Windeln für ein Zeug drin ist. Da ich mit 35 Jahren wegen Krebs behandelt wurde möchte man jegliche Variable ausschalten. Und da die Dinger 24/7 am Po der Kinder hängen, es eine potentielle große Quelle. Es ist eine Spur aufwendiger, aber man spart richtig Kohle! Es kostet nur ca. die Hälfte und die kleinen haben nicht direkt einen riesigen CO2 Fussabruck.

 

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