Breit wickeln – mit dieser Anleitung klappt`s!

Breit wickeln – mit dieser Anleitung klappt`s!

4% der Neugeborenen kommen mit einer noch nicht vollständig ausgereiften Hüfte auf die Welt, daher besteht die Gefahr, dass es in den Wochen nach der Geburt zu einer Hüftfehlstellung kommt. Diese angeborene oder frühkindlich erworbene Fehlbildung der Hüftpfanne – Hüftdysplasie genannt – wird durch eine Reifungsverzögerung verursacht.
Mithilfe von Hüftgelenk-Screening wird festgestellt, ob eine Hüftdysplasie bei Deinem Baby vorliegt. Dieser Hüftultraschall findet zwischen der 4. und 6. Lebenswoche Deines Neugeborenen statt und ist fester Bestandteil der U3 Vorsorgeuntersuchung. Eine mögliche Ursache kann die Beckenendlage sein, bei der sich das Becken des Babys im Bauch der Mutter unten befindet und bei der Geburt zuerst rauskommt, oder auch eine Mehrlingsschwangerschaft. Man kann die Hüftdysplasie mithilfe von Spreizhose oder Schiene therapieren, doch breit wickeln wird auch häufig von Kinderärzten und Hebammen für eine Stabilisierung der Hüftgelenke empfohlen.

In diesem simplen Ratgeber zeigen wir Dir alles, was Du zum Thema breit wickeln wissen musst.

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Was ist breit wickeln?


Beim breiten Wickeln werden die Beine Deines Kindes durch Spreizung in eine breite Haltung gebracht. Da die Hüftgelenke nicht ausgereift sind, ist dies wichtig, um Die Hüftgelenke in die richtige Position zu bringen. Deines Babys lassen sich in den ersten Monaten gut formen und die Haltung der Hüfte lässt sich beeinflussen, ohne dass es Deinem Kind wehtut. Deshalb ist es bereits in den ersten Lebensmonaten Deines Babys wichtig, gegen eine mögliche
Hüftdysplasie oder Hüftfehlstellung vorzugehen. Breite Windeln lassen sich einfach zuhause umsetzen und sind eine schnelle und effektive Maßnahme gegen eine Hüftfehlstellung.

Warum macht das Sinn?


Rund 30% der Neugeborenen haben nach der Geburt noch ein unreifes Hüftgelenk. Das bedeutet, dass der Kopf des Oberschenkelknochens noch nicht im richtigen Winkel in der Hüftpfanne liegt. Meist löst sich das Problem in den ersten Lebenswochen des Kindes selbst, ansonsten hilft es, breit zu wickeln oder bei extremen Formen mit einer ärztliche verordneten Spreizhose oder Schiene zu therapieren.

Vielleicht ist Dir schon aufgefallen, dass Babys beim Hochnehmen die Beine anziehen. Das ist die natürliche Anhock-Spreiz-Haltung, bei der die Knie bis zum Nabel angezogen werden und die Oberschenkel leicht abgespreizt sind. Diese Position hilft dabei, dass sich der Kopf des Oberschenkelknochens  korrekt positionieren kann und dass die Hüftpfanne um den Oberschenkelknochen herum wachsen kann. Breit wickeln bestärkt diese natürliche Körperhaltung Deines Babys und wird generell von Kinderärzten und Hebammen in den ersten Lebensmonaten empfohlen, unabhängig von dem Ergebnis der Vorsorgeuntersuchung.
Bei dieser Untersuchung und dem Hüftultraschall gibt es 3 unterschiedliche Befunde:

  1. Die Hüfte Deines Babys entwickelt sich gut und braucht keine notwendige
    Unterstützung. Das muss allerdings nicht heißen, dass das breite Wickeln sinnlos ist.
    Die natürliche Anhock-Spreiz-Haltung Deines Kindes wird bestärkt. Die Unterstützung
    dieser reflexartigen Haltung beugt die mögliche Entwicklung einer Hüftfehlstellung
    vor und stabilisiert die Hüftgelenke, die in den ersten drei Monaten sehr weich und
    formbar sind und noch reifen.
  2. Die Hüftpfanne ist noch nicht komplett ausgebildet – das Kind braucht leichte
    Unterstützung. Hier ist breites Wickeln besonders sinnvoll, um das Hüftgelenk zu
    stabilisieren und die Anhock-Spreiz-Haltung zu unterstützen.
  3. Es liegt eine Hüftdysplasie vor. Bei extremer Ausprägung helfen Schiene oder
    Spreizhose. Lass Dich hier von Deinem Kinderarzt und Deiner Hebamme beraten.

Wie funktioniert breit wickeln?


1. Breit Wickeln mit Stoffwindeln: Da  Stoffwindeln die Beine Deines Babys sowieso schon mehr spreizen, ist hier nur noch eine zusätzliche Stoffeinlage nötig, um den vorhandenen Effekt zu verstärken. Dafür brauchst Du nur ein zusätzliches Moltontuch oder eine Mullwindel, die Du als extra Stofflage zwischen Saugeinlage und Überhose einlegst. Falte dabei das Tuch oder die Windel zu einem breiten Streifen und befestige es über der bereits angelegten Stoffwindel mit einer größeren Überhose. Durch diese zusätzliche Stoffeinlage hat die Windel nicht nur mehr Saugkraft, sondern spreizt auch die Beine mehr als herkömmliche Windeln oder Stoffwindeln mit einfacher Saugeinlage und sorgt für die Stabilisierung des Hüftgelenks.
Wer noch keine Erfahrungen mit Stoffwindeln sammeln konnte, dem sei gesagt, dass deren Anwendung sehr simpel ist und Du dabei noch sehr viel Geld un Müll sparst. Unser Ratgeber zu Stoffwindeln gibt dir viele weitere Infos an die Hand 

 

2. Breit Wickeln mit Wegwerfwindeln + Moltontuch / Mullwindel oder Gästehandtuch: Hier verfährst Du ähnlich wie bei den Stoffwindeln. Falte ein zusätzliches Moltontuch, eine Mullwindel oder ein Gästehandtuch zu einem breiten Schlips, den Du über die angelegte Wegwerfwindel legst und mit einer Überhose befestigst.

3. Breit Wickeln mit 2 Wegwerfwindeln: Wenn man eine zweite Windel  über die erste Windel verkehrt herum anzieht, so dass der Verschluss hinten ist, wird mehr Platz zwischen den Beinen Deines Babys geschaffen

Ab wann breit wickeln?


Es dauert  9 Lebensmonate bis die Hüftgelenke Deines Babys vollständig ausgereift sind, doch in den ersten 3 lassen sie sich besonders einfach formen. Daher gilt hier: Je früher Du mit breit wickeln anfängst, desto besser!

Wie lange breit wickeln? Auch nachts breit wickeln?


Bereits nach den ersten paar Wochen mit breiten Windeln lassen sich Erfolge erzielen. Wichtig für die optimale Wirkung ist, dass Du die Windeln nur kurzfristig abnimmst. Damit kann sich Dein Kind gut an die neuen Umstände gewöhnen und sollte daher auch für die Nacht breit gewickelt werden.

Unsere Erfahrung mit dem breit wickeln


Wir haben erst nach 6 Wochen breit mit Stoffwindeln gewickelt. Der Kinderarzt hatte uns damals dazu geraten, da ich selbst als Baby eine Spreizhose hatte und beim Hüftscreening eine leichte Normabweichung bei unserem Sohn festgestellt wurde.

Diese 5 Punkte haben wir gelernt:

  • Ein Stoffwindelsystem aus Überhose und separaten Einlagen eignet sich besonders gut zum breit wickeln, da die Einlagen flexibel anpassbar sind
  • Mullwindeln sind eine super günstige Alternative als Einlage für das breite Wickeln
  • Auch wenn alles gut gegangen ist, heute würden wir direkt ab der Geburt mit dem breit wickeln starten
  • Auch wenn empfohlen wird, die Windeln so lange wie möglich zu tragen, haben wir unserem Kind auch immer mal 1 Stunde ohne Windel strampeln lassen, das schont die Haut im Windelbereich.
  • Wir hatten Bedenken, dass das breite Wickeln schmerzhaft oder unangenehm ist.  Er hat sich nie beschwert. Alles in Ordnung!

Wo kann ich Stoffwindeln kaufen?


Im Internet gibt es viele tolle Onlineshops, kleine Familienunternehmen, bei denen Du Stoffwindeln sowie Stoffwindelzubehör kaufen kannst.

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Fazit


Auch wenn das breite Wickeln eigentlich einer Hüftdysplasie entgegenwirken soll, ist es auch sehr sinnvoll, das Baby vorbeugend breit zu wickeln. Es stärkt und stabilisiert das Hüftgelenke und unterstützt Dein Kind bei der Hüftentwicklung in den ersten Lebensmonaten. Bis die Hüftknochen vollständig ausgereift sind, dauert es 9 Monate – das heißt jetzt aber nicht, dass Du 9 Monate breit wickeln musst. Besprich das am besten individuell mit Deinem Kinderarzt oder Hebamme!


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Oliver